S1-Leitlinie Bupropion 522 epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie.

In Tabelle 1 und Tabelle 2 wurde die neueste Version der Klassifikation der Anfälle und der Epilepsien noch mit aufgenommen, die in der ILAE seit Jahren diskutiert und kurz vor Fertigstellung der Leitlinie publiziert wurden. Mai 2017 erfolgte Zulassung von Eslicarbazepin als Monotherapie bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie und  fokalen epileptischen Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung sowie die Erweiterung der Zulassung von Perampanel zur Behandlung primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie neu aufgenommen. Patienten, die mindestens 10 Jahre anfallsfrei sind und seit mindestens 5 Jahren keine Antiepileptika mehr einnehmen. Fällen durch entsprechende Studien nicht belegt ist. Dies ist vor allem ein wichtiger Aspekt beim Abschluss von Versicherungen. Problematisch ist auch das Beenden einer Epilepsietherapie.

Eine praktische operative Handlungsweise oder therapeutische Konsequenzen lassen sich aus der Definition nicht ableiten. EU und der Schweiz zur Zusatzbehandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Epilepsiepatienten ab 12 Jahren und von primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie zugelassen. Die EMA hat die Indikation von Eslicarbazepinacetat auf die Anwendung als Monotherapie fokaler epileptischer Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie erweitert. Inzidenz und Reversibilität dieser Nebenwirkungen liegen bisher keine Daten vor. Der Hersteller beabsichtigt, die Herstellung und die Lieferung von Retigabin weltweit Ende Juni 2017 einzustellen.

Hier wird die VNS über einen EKG-getriggerten Anfallserkennungs-Algorithmus zusätzlich zur Standardstimulation ausgelöst. Aktivierung der Vagus-nervstimulation zu Anfallsbeginn den Anfall verkürzen oder sogar beenden kann. Epilepsieherden zu Anfallsbeginn zur Unterbrechung stimuliert. Die Studienergebnisse zur Anfallsreduktion entsprechen denen neuer Medikamente und das Verfahren ist im Jahr 2013 in den USA zugelassen worden. Gesichtspunkt der subjektiven Anfallsdokumentation des Patienten wichtig. Todesfälle bei der prächirurgischen Diagnostik analysiert.

Minuten nach Anfallsbeginn eine terminale kardiorespiratorische Dysfunktion. Das Risiko pro 1000 Patientenjahre betrug 5,1. Der größte Risikofaktor waren generalisierte tonisch-klonische Anfälle. Eine zunehmende Zahl von Publikationen zeigt die Besonderheiten der Anti-körper-vermittelten Epilepsien. Immunvermittelte Erkrankungen der grauen ZNS-Substanz sowie Neurosarkoidose LL 32 2012, Bien et al.

Wegen der diagnostischen Bedeutung soll hier nur auf die brachiofazialen dystonischen Anfälle eingegangen werden. Die neuen Begutachtungsleitlinien zur Fahrtauglichkeit haben normativen Charakter erlangt. Ereignisse in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer ZNS-Infektion, einem Schlaganfall, einem Schädelhirntrauma, Hypoglykämie oder ähnlichem. Anfall die Diagnose einer Epilepsie begründen und zu einer medikamentösen Behandlungsempfehlung führen. Die Therapieempfehlung nach einem ersten Anfall ist immer eine Individualentscheidung, bei der das Rezidivrisiko berücksichtigt werden muss. Bei Diagnosestellung einer Epilepsie soll grundsätzlich eine MRT durchgeführt werden.

Ist diese unauffällig, sollte bei fehlender Anfallskontrolle die MRT in einer speziellen Einrichtung mit Expertise wiederholt werden. Aufgrund der sehr speziellen und oft sehr wenig auffallenden Befunde stellt eine MRT bei schwer behandelbaren Epilepsiepatienten besondere Anforderungen an die Durchführung und Befundung. Da die Mehrzahl aller Epilepsiepatienten lebenslang therapiert werden muss, sollte auch im Hinblick auf Komorbiditäten und Ko-Therapien statt Enzyminduktoren und Enzymhemmern Antiepileptika ohne störendes Interaktionspotential der Vorzug gegeben werden. ESL, LCM und ZNS sind Alternativen. Bei generalisierten oder unklassifizierbaren Epilepsien gilt weiterhin VPA als wirksamstes Mittel.

Nach den Empfehlungen der EMA muss in einer auf den Einzelfall abgestimmten besonders sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung geprüft werden, inwieweit vor dem Einsatz von VPA andere Antiepileptika angewendet werden können. Die Therapie mit zwei und mehr Antiepileptika stellt aufgrund pharmakokinetischer und pharmakodynamischer Interaktionen eine besondere Herausforderung dar. Medikamente ohne Interaktionspotential sind zu bevorzugen. Es gibt keine ausreichende Evidenz für besonders gute oder besonders schlechte Kombinationen.

Entscheidend sind in jedem Fall die Nebenwirkungsarmut und die Anfallssituation des Patienten. Generika tragen wesentlich zum Einsparpotential bei. Patienten vor einem Wechsel zu einem Generikum eine sorgfältige Risikoabwägung und Aufklärung erfolgen. Dem Gesicht und der Augenposition kommt dabei besondere Bedeutung zu. Obwohl auch noch nach langjähriger Pharmakoresistenz Anfallsfreiheit durch Antiepileptika erreicht werden kann, sollte die Resistenzprüfung von der Eignung des Patienten für einen epilepsiechirurgischen Eingriff abhängen. Stimulationsverfahren erweitern die Epilepsietherapie, führen aber selten zu Anfallsfreiheit. Diese Verfahren sollten nur in speziellen Epilepsiezentren durchgeführt werden.