Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Chloroquin, allgemeinsprachlich unter chloroquine sigma Namen Resochin bekannt, ist ein Gemisch zweier enantiomerer chemischer Verbindungen, die nahe mit Chinin verwandt sind.

Chloroquin ist eine farblose bis gelbliche, geruchlose und nahezu wasserunlösliche Verbindung. Aufgrund der basischen Eigenschaften der Substanz löst sie sich gut in Säuren. Chloroquin hemmt die Kristallisierung von Hämozoin, einem Abbauprodukt des Häms. Chloroquin besitzt eine blutschizontozide Wirkung, das heißt, es führt zu einer Hemmung im späteren erythrozytären Stadium des Erregers. Chloroquin war einstmals das weltweit am häufigsten verwendete Medikament zur Therapie und Vorbeugung gegen Malaria, es ist jedoch heutzutage aufgrund resistenter Erreger zunehmend unwirksam. Vorbeugend gegen Malaria beträgt die empfohlene Dosis für Erwachsene 500 mg Chloroquinphosphat wöchentlich, beginnend 1 bis 2 Wochen vor Abreise und fortzuführen bis vier Wochen nach Reiseende. Aufgrund häufiger Resistenzen wurde Chloroquin in der Vergangenheit oft in Kombination mit anderen Wirkstoffen verwendet, vor allem mit Proguanil.

Chloroquin kann diverse Nebenwirkungen haben, darunter eine Trübung der Hornhaut und eine Veränderung der Netzhaut im Auge, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen, neuropsychiatrische Symptome und Hautrötungen. Es besteht sonst die Gefahr von Augendefekten beim Ungeborenen bzw. Chloroquin kann auch bei Kindern angewendet werden, die Langzeitbehandlung sollte allerdings nicht erfolgen. Eine Überdosierung führt zu Pigmentstörungen, die Haare bleichen lässt. Chloroquin wurde 1934 durch Hans Andersag bei der I. Chloroquin wird auch in der Zellkultur bei Transfektionen eingesetzt, um die Effizienz der Transfektion zu erhöhen. Chloroquin wird ebenfalls für die Therapie der rheumatoiden Arthritis eingesetzt.

Schwere Verläufe von Porphyria cutanea tarda werden mit niedrig dosiertem Chloroquin bzw. Tötungsmittel im Rahmen der Sterbehilfe verwendet. CRC Handbook of Chemistry and Physics. Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. Beate Blümer-Schwinum, Hermann Hager, Franz von Bruchhausen, E. Nürnberg, Peter Surmann: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis.

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. Leitlinie Diagnostik und Therapie der Malaria. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Steffen: Tolerability of malaria chemoprophylaxis in non-immune travellers to sub-Saharan Africa: multicentre, randomised, double blind, four arm study.

RKI Ratgeber, Robert Koch Institut, Stand 2015, Abruf 21. Medizinischen Klinik der Technischen Universität München. Gilman’s: The Pharmacological Basis of Therapeutics. Fachinformation der Bayer AG vom September 2004.