Es gibt mittlerweile ziemlich viele Antidepressiva. Es wird bereits seit Mitte des letzten Jahrhunderts in der Psychiatrie eingesetzt und ist deshalb in seiner Anwendung auch recht gut erforscht, was Wirkung und Nebenwirkungen angeht. Jahrhundert nach Köp lithium orotate war bekannt, dass lithiumhaltige Mineralwässer die Stimmung auszugleichen vermögen. 1949 entdeckte dann der australische Forscher John F.

Jahrelang wusste ich nicht viel von Lithium, aber mein neuer Psychiater war der Meinung, dass er mein Wohlbefinden noch ein wenig zu verbessern in der Lage sei. Er sprach in diesem Zusammenhang von sogenannten Phasenmedikamenten, wozu Lithium gerechnet wird. Er war der Überzeugung, meine häufig auftretenden Gefühlsschwankungen dadurch etwas moderater ausfallen zu lassen. Aus diesem Grund nehme ich jetzt auch seit einigen Monaten Lithium zusätzlich zu meinem Antidepressivum. Lithium gehört zu den Leichtmetallen und wird therapeutisch in Form verschiedener Lithiumsalze verabreicht.

Im arzneilichen Einsatz sind zum Beispiel Lithiumcarbonat, Lithiumorotat, Lithiumacetat, Lithiumsulfat und Lithiumcitrat. Lithium wirkt im Gehirn auf eine Vielzahl biochemischer Prozesse ein. Welcher dieser Effekte sich jedoch im einzelnen antidepressiv auswirkt, ist den Forschern bis heute noch nicht klar. Dabei wird der Effekt genutzt, dass das Element in Kombination mit herkömmlichen Antidepressiva dazu führt, dass eine neue depressive Episode unwahrscheinlicher wird.

Bei affektiven Störungen, wozu die Bipolare Störung ebenso zählt wie die Depression, ist die Lithiumtherapie bislang sogar die einzige medikamentöse Behandlung, die nachgewiesenermaßen eine suizidverhütende Wirkung hat. Lithium wirkt nach einigen Wochen günstig auf die Manie. Bei therapieresistenter Schizophrenie kann das Leichtmetall in Kombination mit Neuroleptika ebenfalls einen günstigen, verstärkenden Einfluss auf die Therapie haben, ähnlich wie es bei Depressionen der Fall ist. Weiterhin kommt Lithium bei der Behandlung von Cluster-Kopfschmerz zum Einsatz.

Hier ist es allerdings nur das Mittel zweiter Wahl und wird erst dann verwendet, wenn Medikamente wie etwa Verapamil oder Kortikoide nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Das Medikament Lithium hat leider nur eine äußerst geringe therapeutische Breite. Das heißt, das Dosierungsfenster, bei dem der Medikamentenspiegel im Blut hoch genug ist, um wirksam zu sein, aber nicht so hoch, dass gefährliche Nebenwirkungen entstehen, ist vergleichsweise klein. Anders ausgedrückt ist es von der Wirkungslosigkeit bis zur Vergiftung nur ein schmaler Grat.