Psychopharmaka lamictal value Beispiel der Behandlung von Panikstörungen: Medikamente gegen die Angst? Panikattacken und wie man sie überwinden kann. Warum man oft nicht ohne Medikamente auskommt. Panikstörungen können zu massivsten Beeinträchtigungen führen.

Die möglichen Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung sind im Vergleich dazu, oft das deutlich kleinere Übel. Mit einer chemischen Substanz die Angst zu bekämpfen ist zunächst gewöhnlicher, als die meisten Menschen denken. Das Bier am Feierabend soll beruhigen, damit der Betroffene besser von der Arbeit auf die Freizeit umschalten kann. Manche Verhaltenstherapeuten behaupten, dass man alle Angststörungen verhaltenstherapeutisch behandeln kann, und dafür keine Medikamente braucht. Wahr ist, dass besonders bei noch gut kompensierten Angststörungen, eine gute Aufklärung oft bereits die Hälfte der Symptome beseitigt und eine Verhaltenstherapie oft schnell erfolgreich sein kann.

Manche Patienten schaffen es sogar nach entsprechender Aufklärung von ganz alleine mit der Angst fertig zu werden. Viele Angstpatienten haben besonders große Angst vor Psychopharmaka und ihren Nebenwirkungen. Ein Teil dieser Ängste geht auf weit verbreitete Vorurteil in der Öffentlichkeit zurück. Diese Vorurteile erschweren oft die Aufnahme einer jeglichen Behandlung aus der Angst heraus abgestempelt zu werden. Insbesondere Angstpatienten sind oft überzeugt, dass sie besonders empfindlich auf alle Medikamente reagieren. Wie beim Umgang mit den Angstsymptomen an sich, ist auch beim Umgang mit den Medikamenten in der Behandlung Information die beste Gewähr für eine erfolgreiche Therapie. Nehmen Sie bei allen Medikamenten den Rat der Werbung “Fragen Sie Ihren Arzt” wörtlich.

Nicht jede Angstattacke muss gleich zu einer langfristigen Behandlung führen. Menschen irgendwann im Leben oder sogar gelegentlich vor. Nur wenige von diesen entwickeln eine eigentliche Angststörung. Wenn allerdings die Angst vor der Angst ein ständiger Begleiter wird und der Bewegungsradius durch die Angst anfängt reduziert zu werden, ist der Zeitpunkt über eine Behandlung nachzudenken. Neben gelegentlichen Panikattacken bei sonst gesunden Menschen, und Menschen mit einer eigentlichen Panikstörung können Panikattacken auch Frühsymptome oder begleitende Symptome einer anderen psychiatrischen Erkrankung sein. Besonders häufig treten Panikattacken auch bei depressiven Störungen auf, sie können aber auch bei vielen anderen psychiatrischen Störungen auftreten und bedürfen dann einer anderen Behandlung als hier aufgeführt. Sie ergänzen sich nicht nur, sie haben auch einen additiven Effekt.

Oft ist durch eine medikamentöse Behandlung eine psychotherapeutische Behandlung erst möglich. Umgekehrt haben Panikstörungen ja auch biologische und reaktive Auslöser bzw. Grundsätzlich werden überwiegend 2 Substanzklassen von Medikamenten für die Behandlung von Angstzuständen verwendet. AD können bei den meisten Menschen problemlos zur Langzeitbehandlung eingesetzt werden und machen nicht abhängig.

Sie brauchen allerdings länger bis sie wirken und sie wirken nur bei regelmäßiger Einnahme. 20min bis 1 Stunde nach der Einnahme beginnt die Wirkung. Sie sind überwiegend für die Notfallbehandlung geeignet. BD machen bei längerem Gebrauch manchmal abhängig. Problem ist nicht nur die körperliche Abhängigkeit, sondern gerade bei Angstpatienten auch die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit. Antidepressiva werden oft abgelehnt, dies beruht meist auf  unbegründeten Vorurteilen und Ängsten. Viele befürchten etwa, von den Antidepressiva abhängig zu werden oder sich in ihrer Persönlichkeit zu verändern.

Die meisten Menschen werden durch die Medikamente gerade wieder die “Alten”, bekommen also ihre Persönlichkeit, die in der Depression oder durch die dauernden Ängste abgestumpft ist wieder zurück. Meistens verschwinden die Nebenwirkungen nach wenigen Wochen ganz, während die Wirksamkeit im ersten Vierteljahr bis halben Jahr zunimmt und dann erhalten bleibt. Antidepressiva fangen meist erst nach 2 Wochen an zu wirken, manchmal dauert es 4 Wochen bevor eine beginnende Wirksamkeit erkennbar ist. Bei Angsterkrankungen sind 4 Wochen bis zum Beginn der Wirksamkeit eher die Regel.

Noch länger kann es dauern, falls das Medikament wegen mangelnder Wirksamkeit gewechselt werden muss. Wenn sich die Angstsymptomatik oder die depressive Symptomatik gebessert hat oder abgeklungen ist, darf das Antidepressivum nicht sofort abgesetzt werden, es besteht sonst eine hohe Rückfallgefährdung. Bei reinen Angststörungen kann ein Absetzen dann früher erfolgen, wenn sich der Patient eine Verhaltenstherapie begonnen hat und der bisherige Verlauf erwarten lässt, dass er die Symptomatik alleine mit der Psychotherapie bewältigen kann. Die Einnahme der Antidepressiv muss oft langsam mit steigender Dosis begonnen werden, damit die Nebenwirkungen weniger zu Tage treten. Beim Absetzen sollte man, besonders bei höheren Dosen ebenso langsam vorgehen.

Dabei ist das Vorgehen vom Antidepressivum und vom individuellen Patienten abhängig. Antidepressiva mit sehr langer Halbwertszeit wie Fluoxetin kann man schneller absetzen als solche mit kurzer Halbwertszeit wie Citalopram. Fehler ist aber, dass bei fehlender Wirksamkeit nicht bis zum Auftreten von Nebenwirkungen bzw. Antidepressiva werden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Imipramin ist das älteste Antidepressivum überhaupt, unter den “alten” trizyklischen Antidepressiva” ist es auch das Antidepressivum mit dem besten Wirkungsnachweis in der Behandlung von Panikstörungen. Alle Antidepressiva sind stimmungsaufhellend und langfristig antriebsnormalisieren, den Namen haben sie von ihrem hauptsächlichen Einsatzort bei Depressionen.